Newsletter März 2019

Der Kampf gegen die „Fressefreiheit“.

Am Aschermittwoch war alles vorbei – Zeit, zur Besinnung zu kommen und sich wieder den ernsteren und wichtigen Themen zu widmen.

Das Grundgesetz garantiert uns die Presse- und Meinungsfreiheit. Ein hohes Gut, um das wir von den Menschen in weniger demokratischen Ländern beneidet werden, und was – zumindest in letzter Zeit, so scheint es – zunehmend mißbraucht wird.

Was meine ich damit?

Es gibt Zeitgenossen, die den respektvollen Umgang miteinander, die wertschätzende Kommunikation, einem neuen Rhetorikstil opfern:

Der Freiheit der großen „Fresse“ – statt der Presse. „Fressefreiheit“ eben – frei nach einer sehr passenden Wortschöpfung des Comedians Ingmar Stadelmann.

Wem die Berichterstattung nicht passt, beschimpft sie als „Lügenpresse“ und so weiter.

Destruktive Polemik mit Stereotypen statt konstruktivem Diskurs mit sachlichen Argumenten.

Grenzen werden überschritten, nicht nur die des guten Stils und guten Geschmacks, sondern zuweilen auch des Strafrechts in Form von Pöbeleien, wüsten Beschimpfungen, Hasstiraden bis hin zu Beleidigungen.

Ist das der neue Stil der öffentlichen – und leider auch politischen – Auseinandersetzung?

Sind führende Repräsentanten großer, bedeutender Staaten noch unsere Vorbilder?

Die Jugend – so heißt es – verliert zunehmend das Vertrauen in die Demokratie als die erstre-benswerteste Staatsform.

Dies verwundert nicht, wenn demokratisch gewählte, führende Volksvertreter sich in einer Weise aufführen, die man nur noch abstoßend finden kann.

Was hat das mit uns, den Toastmasters zu tun?

Sehr viel, denn bei uns werden diese Grenzen respektiert und geschätzt – jede Woche aufs Neue. Und man lernt etwas dabei:

Nur gegenseitige Wertschätzung und freundschaftlicher Umgang trotz aller Meinungsunterschiede und Differenzen in der Sache bilden ein tragfähiges, stabiles Fundament für gute, zielorientierte Gespräche und am Ende erfolgreiche Problemlösungen.

Takt ist die Kunst, einen Erfolg zu erzielen, ohne dass der Andere sich als Verlierer fühlt, wußte schon Isaac Newton.

Wie schafft man das?

Durch eine innere Haltung, die Kraft und Widerstandsfähigkeit zugleich gibt.

Starke Persönlichkeiten zeichnen sich durch die Ausstrahlung einer auf ihr gesamtes Umfeld wirkenden Unaufgeregtheit aus, sie hören aktiv zu und nehmen sich selbst zurück.

Die innere Ruhe ist das Fundament dieser Haltung.

Für genaue Beobachtung und umfassende Achtsamkeit muß man sich von Anspannung und Aufgeregtheit befreien können. Diese Fähigkeit muß man erst erlernen – und kann man nur durch Übung verfestigen.

Was gibt es nun Neues bei den Cologne Toastmasters?

Die Medien sind auf uns aufmerksam geworden und wollen über uns berichten. Demnächst im Radio, später auch im Fernsehen. Wir freuen uns darüber und sind sehr gespannt.

Und wir bleiben dran – an einem der wichtigsten Themen unserer Zeit:

Gelingende Kommunikation, um sich gegenseitig besser kennen- und verstehen zu lernen.

Und ein besseres Vorbild zu sein, als die, die es eigentlich sein sollten.

Euer Gunnar

VP PR